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Nr. 47/2006

Editorial
 


«Mitenand goht’s besser»

Im Editorial zu meinem Amtsantritt im Juni 2006 habe ich unter anderem folgendes vermerkt: «Die zahlreichen aktuellen Probleme im Gesundheitswesen gehen uns nicht nur alle etwas an, wir müssen sie auch gemeinsam lösen!»
      «Mitenand goht’s besser» ist eine Devise, die sowohl für die FMH als im Leben überhaupt ihre grosse Bedeutung hat. Nur so, nur mit einer guten Kommunikation lösen wir die anstehenden Probleme.
      Verschiedene Entscheide der FMH wurden in letzter Zeit gemeinsam mit den Dachorganisationen (FMPP, FMCH, KHM, SFSM), der KKA (Konferenz der kantonalen Ärztegesellschaften) und mit den Fachgesellschaften erarbeitet. Die Botschaften und Stellungnahmen der FMH sind somit intern sehr breit abgestützt und erreichen eine entsprechende Wirkung bei den Kostenträgern und in der Politik. Gute Beispiele dafür sind das Thesenpapier «Kontrahierungszwang und Managed Care», die Vernehmlassung zur Versichertenkarte oder die Anhörung zur Teilrevision KVV.
      Auch bei der Reorganisation des Ressorts «Tarife und Verträge» wurde mit dem «Büro Tarife» ein Instrument geschaffen, das in Zukunft eine breite Abstützung der Entscheidungsfindung bei Tariffragen und auch der – meist sehr wichtigen – Entscheidungen ermöglicht. Darin eingebunden sind das Ressort Tarife der FMH, die Dachorganisationen und die KKA. Das «Büro Tarife» führt, koordiniert und unterstützt die Aktivitäten rund um Tariffragen. Die ersten gemeinsamen Sitzungen haben gezeigt, dass die Akzeptanz bei den Partnern vorhanden ist und dieses «Büro Tarife» zu einer wichtigen Institution werden kann.
      «Mitenand goht’s besser», das haben die kantonalen Ärztegesellschaften mit der Gründung der G7 (heute KKA) schön, früh erkannt und auf dieser Basis die TARMED-Verträge, Verträge, die Steuerung der Kostenneutralität und die Entwicklung der LeiKoV erfolgreich abschliessen können. Nicht zuletzt dank des grossen politischen Gewichts und der Beharrlichkeit der KKA ist es gelungen, mit santésuisse Vereinbarungen zu treffen, die für die Ärzteschaft annehmbar sind. Wesentliche Punkte sind: Datenparität, Konvergenz, L-Faktoren usw.
      Zu einem Mitenand haben sich auch die OstschweizerÄrztegesellschaften (AI/AR, GL, SG, SH, TG) 2003 mit der Bildung der Tarifregion Ostschweiz entschieden. Die Steuerung der Kostenneutralität konnte gemeinsam mit einer Punktlandung abgeschlossen werden. Alle Versuche von santésuisse, die Region per 1. Januar 2007 auseinanderzudividieren, sind dank der standhaften Haltung der kantonalen Ärztegesellschaften (KÄG) gescheitert, obwohl einzelne KÄG von santésuisse «verlockende» Angebote bekamen. Begehren von santésuisse auf kantonale Festsetzungsverfahren sind bei den Regierungen abgeblitzt. Die Ostschweizer Regierungen haben den regionalen Anschlussvertrag verlängert und somit die Tarifregion gestützt.
      Erstaunlicherweise hat santésuisse im Sommer 2006 dann signalisiert, dass regionale Verhandlungen für den TPW 2007 möglich sind. Diese stehen nun kurz vor dem Abschluss.
      Alle diese Beispiele zeigen eindrücklich: «Mitenand goht’s besser», «gemeinsam sind wir stark» – nur gemeinsam können die grossen anstehenden Aufgaben im Gesundheitswesen gelöst werden – wir zählen auch auf Sie!
      Diese Kultur soll in Zukunft die Arbeit der FMH leiten und ihre Positionen stärken helfen.

Dr. med. Ernst Gähler,
Mitglied des Zentralvorstandes der FMH




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