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Quo vadis, Ressort Tarife und Verträge?
Auf verschiedenen Ebenen sind Bestrebungen im Gange,
die Tarifstruktur des TARMED zu vereinfachen und die
Entscheidungswege bei der Tarifpflege zu verkürzen. Zudem
werden auf Bundesebene die Revision der Analysenliste
und die Senkung der Vertriebsmarge im Medikamentenbereich
vorangetrieben.
Revision Analysenliste
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat 2006 die Revision
der gesamten Analysenliste beschlossen. Mit diesem
Projekt werden die Nomenklatur und die Kosten im Laborbereich überprüft.
Ziel ist es, die Kostenstruktur transparent
aufzuzeigen und die Aufwendungen im Laborbereich
mit denjenigen im Ausland zu vergleichen. Auf der
Ebene des Bundesamtes und der Politik wird immer wieder
betont, dass die Grundversorgung gestützt und unterstützt
werden solle. Sicher ist, dass für das Jahr 2008 keine
Absenkung des Taxpunktwertes im Laborbereich ansteht.
Ebenso beabsichtigt das BAG, sich für das Erhalten des
Praxislabors einzusetzen. Die breitabgestützte Arbeitsgruppe
Labor der FMH wird vom BAG aktiv in den Entwicklungs-
und Entscheidungsprozess miteinbezogen.
Die FMH-Arbeitsgruppe wird keine Abstriche für das
Praxislabor akzeptieren.
Absenkung der Vertriebsmarge
bei der direkten Medikamentenabgabe
Die Kosten im Medikamentenbereich sind sowohl im
Visier des BAG als auch des Preisüberwachers. Das BAG
plant auf den 1. Januar 2009 bei der Medikamentenabgabe
generell und bei der direkten Medikamentenabgabe
(DMA) eine Absenkung der Vertriebsmarge in unbekannter
Höhe. Dies hätte eine Einkommenseinbusse bei den
freipraktizierenden Ärzten in den Kantonen mit DMA zur
Folge. Auch hier ist eine Arbeitsgruppe der FMH (Vertreter
von Dachorganisationen, des VEDAG, der APA und der
FMH) eingesetzt, um Alternativvorschläge einzubringen.
Diese erfolgen jeweils in Absprache mit dem Zentralvorstand
und der Delegiertenversammlung der FMH.
Erhöhung des Taxpunktwertes
im IV/UV/MV-Bereich in Aussicht?
Um eine Erhöhung des Taxpunktwertes (TPW) im
IV/UV/MV-Bereich wird derzeit hart verhandelt. Unsere
Verhandlungsdelegation konnte den Antrag der FMH sowohl
mit dem Anstieg des Landesindex der Konsumentenpreise
(LIKP) als auch mit den Analysen der Entwicklung
der Jahresheilkosten nach Einführung von TARMED
(05/2003) belegen und untermauern. Wir warten nun gespannt
auf die Entscheide des Verwaltungsrates der MTK.
Die FMH wird sich so oder so für eine TPW-Erhöhung einsetzen
und sich nötigenfalls auch einem behördlichen
Festsetzungsverfahren mit Einbezug des Preisüberwachers
stellen.
«Projekt 2010» – Revision der TARMED-Struktur
Der Bundesrat hat mit der Genehmigung der TARMEDVersion
1.04 auf den 1. Januar 2007 die Tarifpartner aufgefordert,
die Tarifstruktur zu vereinfachen. Mit dem «Projekt 2010» des
Leitungsgremiums von TARMED
Suisse wollen die Tarifpartner H+, MTK, santésuisse und
FMH diese Forderung umsetzen und die folgenden Ziele
erreichen:
– Vereinfachung der Tarifstruktur ohne Verlust des
Informationsgehaltes;
– Überarbeitung und Aktualisierung der Kostenmodelle
INFRA (Spital) und Koreg (Praxis);
– Überarbeitung und Anpassung von Dignitäten und
Minutagen.
Mit dem «Projekt 2010» sollen bessere und einfachere Abläufe
Realität werden. Sobald das Projekt mit den Teilprojekten
verabschiedet ist, wird es durch die Tarifpartner
vernehmlasst. Die verschiedenen Ärzteorganisationen −
Dachorganisationen, Fach- und Kantonalgesellschaften −
werden sich einbringen und die Vernehmlassungsantwort
der FMH mitgestalten können. Die Erwartungen in
dieses Projekt sind gross. Es stellt aber auch hohe Anforderungen
an die Partner, soll es doch die veralteten
Kostenmodelle à jour bringen, die Entscheidungswege
innerhalb der Kommissionen vereinfachen und mit der «Vereinfachung
der Nomenklatur» das ganze Gefüge
einen Schritt weiterbringen.
Sie sehen, liebe Kolleginnen und Kollegen, an der
Tariffront läuft sehr viel, und die Instanzen der FMH sind
unter Einbezug von Dachorganisationen, Fach- und Kantonalgesellschaften
gefordert und intensiv an der Arbeit.
Wir bringen uns proaktiv ein und setzen uns mit Akribie
und Vehemenz für die Anliegen der Ärzteschaft ein.
Dr. med. Ernst Gähler,
Mitglied des Zentralvorstandes,
Leiter Ressort Tarife und Verträge
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