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Nr. 18-19/2008

Editorial
 


Quo vadis, Ressort Tarife und Verträge?

Auf verschiedenen Ebenen sind Bestrebungen im Gange, die Tarifstruktur des TARMED zu vereinfachen und die Entscheidungswege bei der Tarifpflege zu verkürzen. Zudem werden auf Bundesebene die Revision der Analysenliste und die Senkung der Vertriebsmarge im Medikamentenbereich vorangetrieben.

Revision Analysenliste
Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) hat 2006 die Revision der gesamten Analysenliste beschlossen. Mit diesem Projekt werden die Nomenklatur und die Kosten im Laborbereich überprüft. Ziel ist es, die Kostenstruktur transparent aufzuzeigen und die Aufwendungen im Laborbereich mit denjenigen im Ausland zu vergleichen. Auf der Ebene des Bundesamtes und der Politik wird immer wieder betont, dass die Grundversorgung gestützt und unterstützt werden solle. Sicher ist, dass für das Jahr 2008 keine Absenkung des Taxpunktwertes im Laborbereich ansteht. Ebenso beabsichtigt das BAG, sich für das Erhalten des Praxislabors einzusetzen. Die breitabgestützte Arbeitsgruppe Labor der FMH wird vom BAG aktiv in den Entwicklungs- und Entscheidungsprozess miteinbezogen. Die FMH-Arbeitsgruppe wird keine Abstriche für das Praxislabor akzeptieren.

Absenkung der Vertriebsmarge bei der direkten Medikamentenabgabe
Die Kosten im Medikamentenbereich sind sowohl im Visier des BAG als auch des Preisüberwachers. Das BAG plant auf den 1. Januar 2009 bei der Medikamentenabgabe generell und bei der direkten Medikamentenabgabe (DMA) eine Absenkung der Vertriebsmarge in unbekannter Höhe. Dies hätte eine Einkommenseinbusse bei den freipraktizierenden Ärzten in den Kantonen mit DMA zur Folge. Auch hier ist eine Arbeitsgruppe der FMH (Vertreter von Dachorganisationen, des VEDAG, der APA und der FMH) eingesetzt, um Alternativvorschläge einzubringen. Diese erfolgen jeweils in Absprache mit dem Zentralvorstand und der Delegiertenversammlung der FMH.

Erhöhung des Taxpunktwertes im IV/UV/MV-Bereich in Aussicht?
Um eine Erhöhung des Taxpunktwertes (TPW) im IV/UV/MV-Bereich wird derzeit hart verhandelt. Unsere Verhandlungsdelegation konnte den Antrag der FMH sowohl mit dem Anstieg des Landesindex der Konsumentenpreise (LIKP) als auch mit den Analysen der Entwicklung der Jahresheilkosten nach Einführung von TARMED (05/2003) belegen und untermauern. Wir warten nun gespannt auf die Entscheide des Verwaltungsrates der MTK. Die FMH wird sich so oder so für eine TPW-Erhöhung einsetzen und sich nötigenfalls auch einem behördlichen Festsetzungsverfahren mit Einbezug des Preisüberwachers stellen.

«Projekt 2010» – Revision der TARMED-Struktur
Der Bundesrat hat mit der Genehmigung der TARMEDVersion 1.04 auf den 1. Januar 2007 die Tarifpartner aufgefordert, die Tarifstruktur zu vereinfachen. Mit dem «Projekt 2010» des Leitungsgremiums von TARMED Suisse wollen die Tarifpartner H+, MTK, santésuisse und FMH diese Forderung umsetzen und die folgenden Ziele erreichen:
      – Vereinfachung der Tarifstruktur ohne Verlust des Informationsgehaltes;
      – Überarbeitung und Aktualisierung der Kostenmodelle INFRA (Spital) und Koreg (Praxis);
      – Überarbeitung und Anpassung von Dignitäten und Minutagen.
      Mit dem «Projekt 2010» sollen bessere und einfachere Abläufe Realität werden. Sobald das Projekt mit den Teilprojekten verabschiedet ist, wird es durch die Tarifpartner vernehmlasst. Die verschiedenen Ärzteorganisationen − Dachorganisationen, Fach- und Kantonalgesellschaften − werden sich einbringen und die Vernehmlassungsantwort der FMH mitgestalten können. Die Erwartungen in dieses Projekt sind gross. Es stellt aber auch hohe Anforderungen an die Partner, soll es doch die veralteten Kostenmodelle à jour bringen, die Entscheidungswege innerhalb der Kommissionen vereinfachen und mit der «Vereinfachung der Nomenklatur» das ganze Gefüge einen Schritt weiterbringen.
      Sie sehen, liebe Kolleginnen und Kollegen, an der Tariffront läuft sehr viel, und die Instanzen der FMH sind unter Einbezug von Dachorganisationen, Fach- und Kantonalgesellschaften gefordert und intensiv an der Arbeit. Wir bringen uns proaktiv ein und setzen uns mit Akribie und Vehemenz für die Anliegen der Ärzteschaft ein.

Dr. med. Ernst Gähler,
Mitglied des Zentralvorstandes,
Leiter Ressort Tarife und Verträge



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