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Nr. 10/2010

Editorial
 


HIN und die FMH

HIN und die FMH können auf eine lange gemeinsame Geschichte zurückblicken – so erfolgreich, dass sie sogar eine Auszeichnung erhalten hat [1]. Letztes Jahr allerdings wäre es fast zu einer Scheidung gekommen … Es war die FMH, die 1996 zur Gründung von HIN und anschliessend während zehn Jahren zum Ausbau des Unternehmens beitrug, vor allem dank einem Sonderbeitrag und der Finanzierung durch ihre Mitglieder. Doch mit der internationalen Entwicklung von Health Professional Cards (HPC) wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen: jenes der Chipkarten, die einen Identitätsnachweis im Internet ermöglichen. Die FMH wollte ihre Position im Bereich eHealth halten, indem sie diese neuen Karten selbst entwickelte. Dank einer transparenten und gleichbehandelnden Ausschreibung und dank Karten, die offene und langfristige eurokompatible Technologien nutzen, hat uns der Bund gestattet, für eine «Swiss Health Professional Card» das Schweizerkreuz zu verwenden. Zudem wurden wir damit zu Ansprechpartnern für die Behörden und die übrigen Partner von eHealth.


Mit der internationalen Entwicklung von Health Professional Cards (HPC) wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen


      Zuvor hatte die FMH gestützt auf HIN, das «eHealth-Unternehmen der Ärzteschaft», eine gesicherte Internet-Plattform aufgebaut. Danach wurden die Zugangsschlüssel für alle Bereiche entwickelt, die aus Gründen des Datenschutzes eine Authentifizierung erfordern könnten. Nun stellte sich die Frage, wie diese funktionelle Verbindung zwischen den beiden Systemen ausgebaut werden sollte. Genau hier drückte der Schuh: Die FMH als Dachorganisation wollte in ihrem HPC-Projekt unbedingt die Federführung bewahren, was für jede Standesorganisation ein völlig berechtigtes Anliegen ist. HIN hatte die Bedeutung dieser Forderung zunächst nicht erkannt und das Projekt HPC zurückhaltend aufgenommen. Doch im Mai 2009 trat die Ärztekammer der drohenden Spaltung zwischen HIN und der FMH entschieden entgegen: Damals fasste man den Beschluss, die FMH solle Mehrheitsaktionärin von HIN bleiben.
      Daher arbeiteten wir wieder enger mit HIN zusammen, indem wir im Verwaltungsrat verstärkt Einfluss nahmen. Wir haben eine Gruppe von Fachleuten aus verschiedenen Bereichen gebildet, die den fahrenden Zug nächstens besteigen werden: Wir hoffen, dass der Verwaltungsrat durch sie an Substanz gewinnen wird und sie die strategische Ausrichtung von HIN mit ihren Ideen bereichern können. Das Unternehmen muss in erster Linie eine Ressource für die Ärzteschaft bleiben und bei der Entwicklung von eHealth die Fortschritte unterstützen, die für die Ärztinnen und Ärzte unerlässlich sind. Denn seit 1996 haben sich die Internet-Plattformen erheblich weiterentwickelt, und was damals visionär war, muss heute aktualisiert werden [2].


HIN muss in erster Linie eine Ressource für die Ärzteschaft bleiben


      HIN sollte sich wieder eine Nische erschliessen, einen spezifischen Markt, in dem das Unternehmen nicht unter dem Konkurrenzdruck der grösseren Akteure im Kommunikationsbereich steht, gegen die es keine Chance hat. Deshalb ist eine Gesamtsicht der künftigen Entwicklungen unabdingbar. Nach der Publikation der Empfehlungen des Koordinationsorgans eHealth von Bund und Kantonen wurde dies noch klarer. Zu diesen Empfehlungen des Koordinationsorgans, das mit der Umsetzung der nationalen Strategie eHealth beauftragt ist, haben wir übrigens einen bedeutenden Beitrag geleistet. Zwar sind noch nicht alle strategischen Leitlinien von HIN festgelegt, doch zumindest stehen die Akteure fest, die im Namen der FMH dazu beitragen können. Wir wünschen ihnen viel Erfolg!

Monique Gauthey, Fachärztin FMH,
Mitglied des Zentralvorstands der FMH,
Verantwortliche für das Ressort eHealth

1 2005 wurde das Unternehmen HIN (Health Info Net) am
eHealthCare-Kongress in Nottwil mit dem Innovationspreis
(eHealthCare 05 Spezialpreis ) ausgezeichnet. Kappeler O.
Visionen denken – Ziele beharrlich umsetzen: Innovationspreis
für HIN. Schweiz Ärztezeitung. 2005;86(46):2540.

2 Siehe den begeisterten Artikel von Deschenaux F-X,
von Below G. Health-Info-Net: Die Chance jetzt nutzen!
Schweiz Ärztezeitung. 2000;81(23):1215.




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