Covid-19: FMH muss die Kommuni­kation des BAG optimieren

Als ehemaligen Rheumatologen müssen mich wie jeden ärztlich Geschulten die aktuellen Geschehnisse um die neu aufgetauchte Erkrankung Covid-19 stark beschäftigen. Dabei springt sehr rasch die Art und Weise ins Auge, wie das Phänomen durch die Behörden und weitergeleitet durch die Medien kommuniziert wird, in der Schweiz und ebenso weltweit. Es wird evident, dass, vermutlich dem internationalen Muster folgend, dominant die sogenannte «Fallzahl» alle Mitteilungen beherrscht, diese täglich seit März 2020 ausgepaukte, weiterlaufende Kumulation der durch einen PCR-Test ermittelten «Ansteckungen» (lies: Nachweis viraler RNA-Bruchstücke im nasopharyngealen Abstrich) wie auch der eingetretenen Todesfälle. Nicht die geringste Aussage bietet diese Fallzahl natürlich zur klinischen Bedeutung einerseits und zur Inzidenz von Covid-19 anderseits. Ohne Zweifel macht sie aber tiefen Eindruck auf weite Teile der Bevölkerung, die gebannt auf die täglich aufscheinenden Meldungen «Heute wieder 13 Ansteckungsfälle mehr als gestern» starrt oder, wie kürzlich der Fall, die – fast unglaubliche – Mitteilung eines Beam­ten des Bundesamts für Gesundheit an einer TV-Pressekonferenz hört, dass leider wieder ein Todesfall zu beklagen sei.