Mit seinem Buch Cautio criminalis, Vorbehalt oder Buch über die Prozesse gegen Hexen kritisierte der Jesuit Friedrich Spee 1631 die Praxis der Hexenprozesse. Eine mutige Tat, die entscheidend zum Ende dieser verbreiteten Praxis beitrug. Ein protestantischer Feldprediger widmete seine deutsche Übersetzung der Königin Christina von Schweden, die bereits 1649 die Einstellung von Hexenprozessen verfügte. Die Verfolgungen erreichten im frühen 17. Jahrhundert einen Höhepunkt, inspiriert vom frauenfeindlichen Machwerk eines Inquisitors, dessen Hexenhammer ab 1487 die Verfolgungen enorm verschärfte. Ein brutaler Leitfaden, dessen Klischees bis heute die Vorstellung einer Frau, die nachts auf einem Besen durch die Luft reitet, geprägt hat. Friedrich Spee kannte das Problem aus eigener Erfahrung. Mit den körperlichen Qualen der Folter, Bäche von Tränen, wie er schrieb, könne man jeden Menschen zu jedem beliebigen Geständnis zwingen: «sie geben alles zu, was man von ihnen verlangt … und die Kriminalrichter glauben dann diese Possen und bestärken sich in ihrem Tun. Ich aber verlache diese Einfältigkeit.» Mit scharfsinnigen Argumenten und kluger Rhetorik verlangte er die Abschaffung.