Klassische Leadership-Ansätze fokussieren vor allem die Figur des Führenden. Historisch stand die Suche nach Eigenschaften an erster Stelle. Aktuell werden (mehr oder weniger verzweifelt ...) Kompetenzen, die erfolgreich Führende auszeichnen, zu definieren und zu identifizieren gesucht. Dauerbrenner seit Jahrzehnten sind zudem Führungsstile, die erfolgreich einzusetzen wären. Das Ergebnis langjähriger Führungsforschung: Es ist situativ! Das ist so wenig überraschend wie hilfreich, solange nicht angegeben wird, in welchen Situationen welche Stile einzusetzen wären. Alle Versuche, diesbezüglich Klarheit zu schaffen, brachen jedoch unter dem Gewicht einer Vielzahl an Situationsfaktoren zusammen. Weiterführender ist ein Richtungswechsel. Der Fokus auf die Figur des oder der Führenden unterschlägt bzw. unterschätzt regelmässig, dass Führung eine «Beziehungsfrage» ist. Führung ist nicht etwas, was eine Person tut, sondern die Gestaltung von Einfluss zwischen Führenden und Geführten – und damit handelt es sich um ein genuin relationales Phänomen. Zur Führung – so basal wie wesentlich – braucht es mindestens zwei. So gesehen kommt den Geführten ein wesentlicher Anteil am Führungsphänomen zu. Das lenkt nun den Blick auf die Geführten.