TARMED 2018 – empört sich
denn niemand?

Dank dem Leserbrief von Christian Larsen in der letzten SÄZ ist es nun endlich auch bei mir angekommen: ab dem 1.1.18 dürfen wir «Leistungen in Abwesenheit des Patienten» neu im Einminutentakt (wie demütigend!) und zu einem Tarif von gerade mal 120.–/Std. abrechnen! Lassen wir uns eigentlich für dumm verkaufen? So weit ist es gekommen, dass wir uns so etwas gefallen lassen. Oder habe ich etwas verpasst, den empörten Aufschrei unserer Verbandsfunktionäre, die uns zu Streik oder geschlossenem Austritt aus dem TARMED aufrufen würden? Jedes Mal werden uns irgendwelche Tarifänderungen als Aufwertung und Verbesserung für uns Hausärzte verkauft und fast jedes Mal ist das gelogen oder zumindest schöngeredet, warten wir weiterhin auf eine bessere, d.h. angemessene Honorierung unserer intellektuellen Leistungen als Grundversorger. Seit wann sind unsere Stundenansätze eingefroren, sind es 15 oder eher bereits 20 Jahre? Nun werden sie also auch noch gesenkt statt erhöht. Natürlich, wir werden auch diesmal kreative Wege finden, uns an diese neuen Bedingungen anzupassen – so lange bis der letzte Hausarzt ausgestorben ist.