Psychische und Verhaltensstörungen können bei Leistungssportlerinnen und -sportlern genauso wie in der Allgemeinbevölkerung auftreten [1]. Leistungssport selbst kann einen Stressfaktor darstellen, der das Risiko für die Entwicklung einer psychischen Erkrankung erhöht. Neben dem krankheitsbedingten subjektiven Leiden können sich psychische Störungen und Erkrankungen zudem auf die Leistungsfähigkeit im Sport auswirken. Dadurch kann ein zusätzlicher Stressor entstehen, der zu einer Aufrechterhaltung oder weiteren Intensivierung der psychischen Erkrankung führen und die sportliche Leistung wiederum negativ beeinträchtigten kann. Primärpräventive Massnahmen und die indizierte Prävention bzw. Intervention bei bereits subklinischen Symptomen zur Verhinderung der Manifestation klinisch relevanter psychischer Störungen sind im Leistungssport daher von grosser Bedeutung. Die erfolgreiche Prävention im Leistungssport setzt genauso wie die Behandlung psychischer Erkrankungen bei Sportlern ein Spezialwissen voraus. Beides erfordert neben fundierten medizinischen und psychiatrisch-psychotherapeutischen Kenntnissen in Diagnostik, Therapie und Prävention psychischer und Verhaltensstörungen den Einbezug der besonderen psychosozialen Stressoren im Leistungssport und die spezifischen Kenntnisse deren Interaktion mit der psychischen Erkrankung bzw. Gesundheit.