«… dann sollten Sie in Zukunft glutenhaltige Produkte aus Ihrem Speiseplan streichen.» Ein Satz wie dieser gehört zum Alltag ärztlicher Empfehlung. Die Vermeidung von Lebensmitteln ist ein integraler Bestandteil von Prävention und Therapie. Etwa bei den zunehmenden Unverträglichkeiten gegenüber Nahrungsmitteln. Bei Suchtkrankheiten ist der völlige Verzicht auf das Suchtmittel die therapeutische Grundbedingung. Aber auch jenseits von Allergie und Abhängigkeit wollte und will eine Unzahl medizinischer Diäten die Gesundheit fördern, indem wahlweise Fleisch, Fett, Milch, Zucker, Salz und vieles andere mehr aus dem Speiseplan weg­gelassen oder die Menge ­reduziert wird [1]. Auf der anderen Seite kann Nahrungsenthaltung unterschiedlicher ­Formen als Ernährungsstörung gelten. The­rapeutisches und Pathologisches kommen sich hier verdächtig nahe. Ganz zu schweigen vom Spezialfall des suizidalen Verzichts auf Essen oder Trinken: dem «Sterbefasten» [2].