Gerade mal 30 auf 50 cm misst der Reisekoffer aus Leder. Er ist mit zahlreichen farbigen Stickern übersät. Von der Belle Epoque bis in die 1960er Jahre hinein schmückten Reisende ihr Gepäck mit Klebebildern bekannter Hotels. Für die Gasthäuser wurden die Koffer so zu Werbeträgern, für die Besitzer zu Protzobjekten, Logbüchern oder einfach Erinnerungsalben. Besonders beliebt waren farbige Aufkleber mit exotischen Motiven oder grossen Schiffen, die den Wohlstand der Kofferbesitzer bezeugten. Der kleine braune Reisekoffer dagegen ist neben Zürich, Bern und Chur offenbar vor allem in italienischen Städten herumgekommen: «Milano», «Assisi», «Genova» und «Firenze» ist zu entziffern. Es sind Städte, die durch ihre Kunstwerke und Bauten bekannt sind und von Künstlern bereist wurden und werden. Effektiv stammt das lederne Gepäckstück von einem Patienten und Künstler. Sein Besitzer hiess Alberto Giacometti, wobei der Koffer ursprünglich Giacomettis Vater gehört hatte.