Der Basler Physiologieprofessor Friedrich Miescher hielt sich vom April 1894 bis im August 1895 im Sanatorium von Karl Turban in Davos auf. Miescher hatte sich wegen seiner Lungentuberkulose ins Landwassertal begeben und sich dem strengen Regiment Turbans, des «Tuberkulose-Tyranns» von Davos, anvertraut. Bei der Begegnung der beiden Mediziner dürfte Miescher einiges über die Wirkung des Höhenklimas zu berichten gehabt haben. Denn Miescher hatte sich intensiv mit den Auswirkungen des Höhenklimas auf die Blutbildung und den kranken Körper befasst. Wenige Monate vor seinem Eintritt ins Sanatorium verfasste er einen wegweisenden Artikel über die Physiologie des Höhenklimas, in dem er die therapeutische Wirkung bei Lungentuberkulose physiologisch begründete. Vor Miescher hatten insbesondere die deutschen Ärzte Hermann Brehmer (1826–1889) in Görbersdorf in Schlesien und Alexander Spengler (1827–1901) in Davos den Glauben an die therapeutische Wirkung hochgelegener Orte bei Lungentuberkulose befördert.