Ein leerer Saal – zum ersten Mal fand die Preisverleihung nur online statt.
Einen Essaywettbewerb für Medizinstudierende sowie die in der Schweiz arbeitenden Ärztinnen und Ärzte während einer Pandemie durchzuführen, das ist nicht unbedingt, was ich mir vorgestellt hatte, als ich den Jury­vorsitz des Premio Pusterla 2020 übernahm. Für die Durchführung der Preisverleihung war dies nicht ganz einfach, denn das Herzstück des Premio Pusterla liegt, seitdem der Preis 2018 zum ersten Mal durch das Institut für Biomedizinische Ethik der Universität Zürich ausgeschrieben wurde, in einer öffentlichen Preisverleihung. Im Übereinkommen mit Edio Pusterla, dem grosszügigen Sponsor des Preises, und Institutsdirektorin Nikola Biller-Andorno entwickelten wir ein Online-Format, um die Preisverleihung an die aktuelle Situation anzupassen. Die Preisausschreibung sucht nach Essays, in denen es um ethische Probleme des ärztlichen Alltages geht – Probleme, auf welche ein Medizinstudium oft nur bedingt vorbereiten kann und welche in der Essayform vertieft reflektiert werden können. COVID-19 konfrontiert das Gesundheitswesen mit genau solchen Fragen. Ein Format wie der Premio Pusterla, welcher ebendiesen Fragen Raum gibt, schien uns daher in der jetzigen Situation besonders wichtig.