Als die Sozialarbeiterin in eine Hütte in einem der Armenviertel in der äthiopischen Stadt Debre Berhan trat, stand ein Knabe in dem dunklen Raum. Die Mutter erzählte, dass der 13-Jährige nicht sitzen könne, weil er Schmerzen habe. Er litt an Krätze und hatte sich wegen des Juckreizes gekratzt, weshalb er nun Hautentzündungen hatte. Seine Geschwister fütterten ihn, weil die Haut an seinen Fingern stark angegriffen war. Nachts fand er nur wenig Schlaf. Schon neun Monate dauerte das Leiden an. Zum körperlichen Schmerz kam seelische Pein: Er war isoliert, die Gleichaltrigen hatten Angst vor Ansteckung und zogen sich zurück.