Ein Fitnesstrainer, der Heroin spritzt? Ja, das gibt es. Und die Kunden merkten es nicht mal. Der Fitnesstrainer hiess Andi Hüttenmoser, und dass er heroinabhängig war, wussten die wenigsten. Schon als Jugendlicher schlug der heute 60-jährige St. Galler über die Stränge, testete Grenzen aus, kam mitten in der Nacht nach Hause, nahm die Schule nicht ernst – und hatte trotzdem gute Noten. Andi begann Drogen zu konsumieren, mit 16 Hasch, mit 17 Heroin intravenös, irgendwann sollten es jeden Tag 4 bis 6 Schüsse werden, ein Gramm, 600 Franken pro Tag. Seine Lehre als Plättlileger schloss er trotzdem ab, mit über 30 liess er sich noch zum technischen Kaufmann ausbilden, arbeitete als Fitnesstrainer und Masseur, als Türsteher. Seinen Drogenkonsum finanzierte er mit Einbrüchen. Anfang 20 landete er wegen «Beschaffungskriminalität» zum ersten Mal im Knast. Dort machte er zwangsläufig einen kalten Entzug, es sollte nicht der letzte bleiben. «Es war jedesmal die Hölle», sagt er.