Die FMH und das neue Transplanta­tionsgesetz (mit Replik)

Die FMH unterstützt, laut Medienmitteilung, das neue Transplantationsgesetz. Sie bezieht sich dabei auf eine Umfrage, die 2015 von Swisstransplant, der zentral involvierten und interessierten (privatrechtlichen) Organisation, in Auftrag gegeben wurde und die bei 1000 Befragten eine Zustimmung von 80 Prozent für die Organspende am Lebensende behauptete [1]. Eine Umfrage des BAG von 2017 mit 20 000 Befragten kommt aber zu einem ganz anderen Schluss: dabei sagten 31 Prozent, sie würden spenden und 22 Prozent beantworteten die Frage mit eher Ja [2]. 47 Prozent aber, somit fast die Hälfte, sagen Nein oder eher Nein. Auch, dass nur 16 Prozent der Menschen einen Spenderausweis besitzen, spricht eine klare Sprache, die offenbar von der FMH ­weder verstanden noch verbreitet wird. Somit wird sie zum willfährigen Handlanger von Swisstransplant. Dass die Angehörigen durch die Widerspruchslösung entlastet werden, ist eine reine Behauptung. Es ist absurd, an­zunehmen, dass ein derart schwieriger ­Entscheid, nur weil er staatlich (anders) ge­regelt ist, einfacher wird. Und dass die Widerspruchslösung zu mehr Spenderorganen führt, ist ebenfalls eine Mär, die widerlegt worden ist.