Einbindung des chirurgischen Fachgebietes mehr als notwendig (mit Replik)
Es ist Herrn Walder und den Präsidenten der SSAPM zu danken, dieses wichtige Thema in der von mehr als 130 000 Fachpersonen gelesenen SÄZ & SMF fundiert, strukturiert und mit klaren Zielvorstellungen versehen publiziert zu haben. Die in diesem Beitrag angesprochenen Zielvorstellungen und Empfehlungen sind entsprechend der Demografie und der damit verbundenen zunehmenden Anzahl an Hochrisikopatienten notwendig. Allerdings fehlt in dieser Ausarbeitung der Hinweis, dass neben dem Fachgebiet Anästhesiologie/Intensivmedizin und Perioperative Medizin eine Einbindung und Sensibilisierung des chirurgischen Fachgebietes mehr als notwendig ist. Auch wenn die Initiative «Enhanced Recovery After Surgery» verschiedener chirurgischer Fachgebiete insbesondere in grossen Zentren zunehmend Einzug findet, so kann eine Umsetzung der perioperativen Medizin nur in enger Zusammenarbeit beider im Spital tätigen Fachgebiete realisiert werden. Der eher nur schleppende teils auch fehlende Einzug des vom Fachbereich Anästhesiologie und Intensivmedizin lancierten perioperativen „Blood Patient Managements“ mag ein gutes Beispiel dafür sein, dass eine intensive Einbindung des chirurgischen Fachgebietes versäumt oder zu wenig intensiviert wurde. Daneben sollte nicht unerwähnt sein, dass die notwendige Forderung nach der Schaffung von spezifischen, permanenten postoperativen Strukturen (wie Intermediäre Care, Einbindung von Geriatern in den Behandlungspfad et cetera) in der aktuell angespannten gesundheitsökonomischen Situation nicht einfach zu realisieren sein wird und ein Umdenken in unserem Gesundheitssystem notwendig sein wird.