Im November 2018 wurde im Rahmen der Jahrestagung der Gesellschaft für Neuropädiatrie in Genf ein Sitzungsblock dem Thema «ethischer Umgang mit neu zur Verfügung stehenden Therapien» gewidmet (Abb. 1). Geleitet wurde diese Sitzung von zwei Neuropädiatern aus St. Gallen und Luzern sowie einem Ethiker aus Genf. Ausgangspunkt war das zunehmende Unbehagen innerhalb der neuropädiatrischen Ärzteschaft über die immensen Preisanstiege von neu etablierten Therapieverfahren für seltene Erkrankungen verbunden mit der Sorge, dass die Rechnungsbegleichung neuerer Therapieverfahren zu Lasten etablierter Therapien gehen könnte. Die Teilnehmer der Tagung wurden zu Beginn und nach einem zusammenfassenden Überblick über den gesundheitspolitischen Rahmen der Diskussion gebeten, sich anonym zu äussern, wie sie sich zu spezifischen Fragen der Kosten-Effektivität am Beispiel von zwei neuen Therapieverfahren positionieren würden. Da es sich hierbei um Fragen handelt, mit denen Ärzte sämtlicher Fachrichtungen konfrontiert werden können, scheint die Veröffentlichung in der Schweizerischen Ärztezeitung sinnvoll, um den Lesern Anregungen für ihre jeweils fachbezogene Positionierung zu geben.