Achtsamkeit gilt heute als bewährtes Mittel zur Förderung der psychischen Gesundheit, indem sie Stress reduzieren hilft und das Burnout-Risiko vermindert, wie vor einer Weile in dieser Zeitung zu lesen war [1]. Bekannt wurde das Konzept der Achtsamkeit des Mediziners Jon Kabat-Zinn durch die von ihm 1979 entwickelte Methode der Mindfulness-Based Stress Reduction zuerst in den USA und schliesslich auch bei uns. Achtsamkeit verhilft dank der damit verbundenen urteilsfreien Wahrnehmung zu einem freundlicheren Umgang mit sich selbst und seiner Mitwelt. Wenn man den Begriff der Achtsamkeit etwas weiter fasst, wird sie zu einer wertschätzenden Hinwendung zu sich selbst und den anderen, also zu einer Gegenspielerin der Gedankenlosigkeit. Gedankenlosigkeit in Bezug auf die Umstände unseres Daseins führt dazu, dass wir Alles als selbstverständlich empfinden, uns nicht bewusst sind, was eigentlich dahinter steckt, wenn es ‘rund’ läuft, und wir deshalb auch nicht überlegen, was die Auswirkungen des eigenen Tuns auf die Umwelt und die Gesellschaft sind.