Ich glaube, es war Rick Wakeman, der langjährige Keyboarder der Progressive-Rock-Gruppe Yes, der einmal auf einem seiner Soloalben sagte: «There was a time I did believe the stories I was told.» Mit zunehmendem Alter kam dann offensichtlich eine gewisse Skepsis. Gewisse Geschichten sind aber wahr. Dann heisst es im Filmtrailer «based on a true story». Und um der wahren Geschichte etwas ihre Vehemenz zu nehmen, liest man dann in der Belletristik: «Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind rein zufällig.» Denn die Gefahr, dass sich Leser in einer Romanfigur erkennen (wollen), ist schliesslich da. Und «Nestbeschmutzer», heute whistleblower genannt, kippt man gerne aus dem Nest: Meinrad Inglin, einer der ganz wichtigen Schweizer Autoren des 20. Jahrhunderts, trieben die Steinwürfe von aufgebrachten Schwyzer Bürgern nach seinem Buch Die Welt in Ingoldau (1922) ins Zürcher Exil. Er war ein sehr genauer Chronist seiner Zeit, halt ein kritischer Zeitgeist, der den bürgerlichen Filz und die katholische Kirche schonungslos blosstellte. Und Ingoldau war eben das Städtchen Schwyz. Seine Geschichte von damals könnte in vielem auch heute noch stimmen: