Junge Menschen im Anzug und Kostüm warten geduldig vor Hörsälen und Seminarräumen. Zum vierten Mal findet im November die «Lange Nacht der Karriere» statt. Rund 14 Hochschulen organisieren bei wachsender Nachfrage eine Jobberatung für Studienabgänger. Weniger Berufsmesse als vielmehr ein Parcours der Selbstvermarktung. Zu den beliebtesten Angeboten gehören Visagisten und Styling-
Tipps am Fotoshooting. Kein Bewerbungsdossier ohne professionelles Porträtfoto. In kleinen Gruppen diskutieren Studenten praktische Ratschläge, die eigenen Chancen gegen andere Bewerber zu erhöhen. Vorlesungen wechseln mit spielerischen Einlagen, die manuelle Geschicklichkeit oder Improvisationstalent prüfen. Ein Powerpoint-Karaoke von der Post, der Zusammenbau eines Ikea-Möbels, ein fachfremder Kurzvortrag, Gestik- und Rhetorikübungen vor laufender Kamera. Im Kontakt mit Berufsleuten können Interessierte ein Netzwerk aufbauen, das den Einstieg erleichtert. Stilberatung, Interviewtraining, Knigge-Kurse und interaktive Spiele sorgen für Abwechslung. Neben Wettbewerben gibt es Getränke und Snacks. Zentral ist das Career-Speed-Dating mit potentiellen Arbeitgebern. Bewerber verkaufen sich während fünf Minuten im Gespräch inklusive Rückmeldung. Gefragt sind ein lockeres Auftreten, richtig dosierte Selbstsicherheit, Vermitteln von Kompetenz und eine konforme Kleidung. Wie auf der Bühne entscheidet die richtige Performance über den Einstieg in die erstrebte Berufskarriere.