Als «Hommage» an das 20-jährige Bestehen unserer Standesordnung möchte ich mir einige Gedanken zu zwei für unser Tun äusserst wichtigen Begriffen machen. Es handelt sich um «krank» und «gesund», um «Krankheit» und «Gesundheit». Dabei knüpfe ich an Diskussionen an, die wir vor 20 Jahren in der Arbeitsgruppe FMH führten. Es ging um die beste Formulierung der Aufgaben des Arztes und der Ärztin. Dieser Artikel wurde schliesslich folgendermassen abgefasst: Es ist Aufgabe des Arztes und der Ärztin, menschliches Leben zu schützen, Gesundheit zu fördern und zu erhalten, Krankheiten zu behandeln, Leiden zu lindern und Sterbenden beizustehen. Wir fanden rasch zu den Tätigkeitswörtern zu «menschliches Leben», «Leiden» und «Sterben», hatten aber einige Mühen, die passenden Verben zu «Gesundheit» und «Krankheit» zu finden. «Heilen», «bekämpfen», «verhindern» oder «behandeln» wir Krankheiten, «stellen» wir Gesundheit «wieder her», «fördern» oder «erhalten» wir sie? So ist in einem Protokoll einer Sitzung der Arbeitsgruppe von 1996 auch zu lesen, dass «Gesundheitsförderung» bedeutungsgleich sei mit «Krankheitsverhinderung». Dieser Eintrag mag unsere damaligen Diskussionen illus­trieren. Auch heute noch scheint mir ein Nachdenken über «krank» und «gesund» wichtig und nützlich. Dieses hat auch eine moralische Seite, die gut zu einem Rückblick auf das 20-jährige Jubiläum der Standesordnung FMH passt.