Die Problematik des Sterbens bringt uns natürlicherweise dazu, über das Wesen und die Sinnhaftigkeit der Welt und unseres eigenen Lebens nachzudenken. Und da wird auch manch nüchterner Mensch auf klassische religiöse und philosophische Themen stossen, unter anderem auf den Dauerbrenner unseres zeitlich limitierten Daseins. Für die Idee eines Fortbestehens 
von körperlichen Strukturen mag sich heutzutage, schon aus Platzgründen, zwar kaum mehr jemand stark ­machen, und auch mit den raumsparenden seelischen Elementen, wie der ständigen Selbsterfahrung, unserem liebgewonnenen empirischen Ich, wird es wohl nach dem endgültigen Abschalten der neuralen Schaltkreise vorbei sein. Unter Ärzten und Ärztinnen gesagt, hat diese Einsicht auch ihr Gutes, welcher Kollege möchte schon mit allen lieben «Chronophagen» vom Wartezimmer und Behandlungsraum die eigene Ewigkeit teilen! Dessen ungeachtet, schmecken die leicht verdaulichen, rein materialistischen Denkweisen, wie der antike Atomismus oder die modernen biologisch-mechanistischen Weltbilder, trotz ihrer durchaus bemerkenswerten Plausibilität etwas fade, und so ist der Mensch von jeher auf der Suche nach einer geeigneten Gewürzpalette.