Erschuf Gott den Menschen aus Lehm? Oder war es doch die Rippe Adams, aus der Gott Eva schnitzte? Besassen Adam und Eva einen Bauchnabel, obschon sie keine Geburt erlebten? Gehört Schönheit stets zum menschlichen Körper, da der Mensch als Gottes Ebenbild erschaffen wurde? Solche und ähnliche Fragen beschäftigten in der Vormoderne nicht nur Theologen. Auch die medizinische Wahrnehmung und Beschreibung des menschlichen Körpers durften in Zeiten religiöser Zensurbehörden den kirchlichen Vorgaben nicht widersprechen. So bestätigt der Blick in einen Anatomieatlas, dass der männliche Körper lediglich elf Rippen aufweist. Die Rippen wurden sogar gut sichtbar durchnummeriert, um ja keine Zweifel an ihrer Zahl aufkommen zu lassen.