Im Dezember 2015 weihte der französische Staatspräsident ein Monument des Fraternisations in Flandern ein. Rund hundert Jahre vorher war es im ersten Kriegsjahr 1914 zwischen Briten und Deutschen zu einer weihnächtlichen Verbrüderung gekommen. Die Soldaten sangen Weihnachtslieder, zündeten Kerzen an, benützten das Niemandsland als Fussballfeld und überreichten einander kleine Geschenke. Der Grabenkrieg hatte die Illusion eines raschen Sieges zunichtegemacht. Die Todeskandidaten wollten so rasch wie möglich nach Hause. Die Heeresleitungen tolerierten diese einmalige Entgleisung. Danach drohte das Kriegsgericht, und mit dem Wahnsinn der Materialschlachten ging der letzte Rest von humanen Gewohnheiten verloren. Offizielle Stellen haben dieses Ereignis damals nicht erwähnt. Es blieb bei diesem einmaligen Störfall militärischer Machtlogik.