Der befehlende Blick in Richtung Stuhl, auf dem ich noch sitze, um die Fragen der Ärztin / des Arztes zu beantworten, dieser Blick spricht zu mir; er meint, so will mir scheinen, körperliche Untersuchung. Da, an diesem Punkt im Raum, habe ich mich auszuziehen, gegenüber der am Tisch sitzenden Doktorin / des Doktors. Ja, ich bin ein wenig überempfindlich, ein wenig gehemmt in diesen Dingen, mit denen man zeitgemässer umgehen könnte. Und sinnloserweise und der Situation unangepasst erinnere ich mich, einmal gehört zu haben, dass Ärztinnen / Ärzte den Patienten (mich?) während der Entkleidung beobachten, um erste Eindrücke zu gewinnen von dessen in einem Vorprimärstadium schon präsenten kognitiv-koordinatorisch inkohärenten Unzulänglichkeiten, verwertbaren Red Flags beginnender Hirnfunktionsalterationen. Ist dies der Grund, weshalb die schützenden Vorhänge der einstigen Kabinen durch inexistente Glaswände moderner Vitrinen ersetzt werden? Oder ist das öffentliche Sich-der-Kleider-Entledigen ein Zeichen der Zeit: alles transparent, Privates verpönt, keine Eigenheit? Aber: Der Schutz durch Kabinen verhalf Scham und Schüchternheit zu kaschieren. Doch Tempoverlust durch Verweilen in Kabinen ist nicht mehr einzukalkulieren. Man nahm sich in vorhanggeschützten Orten in stickiger Luft ein wenig Zeit, um zu sinnieren, der eigenen Körperlichkeit nachzustudieren.