Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind die häufigste Todesursache weltweit [1]. Klinische Studien konnten zeigen, dass sich das Risiko eines Reinfarkts sowie die Mortalität von Patienten nach einem akuten Myokardinfarkt (MI) durch die «Duale Anti-Plättchen-Therapie» (DAPT) mit ASS und einem Thienopyridin, durch den Einsatz von Lipidsenkern, «Angiotensin Converting Enzyme»-Hemmern (ACEs) oder Angiotensinrezeptorblockern (ARBs) und Betablockern signifikant reduziert [2–4]. Demzufolge empfehlen internationale Leitlinien die kontinuierliche Einnahme dieser medikamentösen Sekundärprävention aus allen fünf Wirkstoffklassen nach einem Myokardinfarkt für mindestens ein Jahr [2, 3]. Dessen ungeachtet zeigten internationale Studien jedoch eine unzureichende Adhärenz in Bezug auf diese Evidenz-basierten Therapieempfehlungen bei MI-Patienten im klinischen Alltag. Valide Daten über die aktuelle Versorgungssituation bei Patienten nach einem Myokardinfarkt liegen in der Schweiz kaum vor. Informationen über den Anteil der adhärenten MI-Patienten, die Dauer der Befolgung der Therapieempfehlungen sowie deren Prädiktoren fehlen; ebenso Schweizer Real-Life-Daten bezüglich des Einflusses der Medikamenten-Adhärenz auf das Reinfarktrisiko und die Mortalität bei Schweizer Patienten.