Kabinettausstellung
Der Preis für den Frieden
Alfred Nobels Auszeichnung – von Henry Dunant bis Abiy Ahmed Ali
10.11.2019–23.12.2020
Henry-Dunant-Museum, Heiden
Die letzten Jahre seines wechselvollen Lebens verbrachte Henry Dunant (1828–1910), der Gründer der Rotkreuz-Bewegung im Spital Heiden, als «Pensionär», wie er selber betonte, nicht als Patient. Sein Geburtstag, der 8. Mai, ist weltweit der «Rotkreuz-Tag». Die Idee zu diesem Gedenk-und-Feier-Tag entstand im Zusammenhang mit innenpolitischen Konflikten in der ­damaligen Tschechoslowakischen Republik 1921, als die dortige Rotkreuz-Gesellschaft, die heuer ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert hat, vorschlug, die mittelalterliche Praxis des «Treuga dei» (Gottesfrieden) umzusetzen und an Ostern des Jahres 1922 eine drei­tägige Waffenruhe ausrief, eine «Trêve de la Croix-Rouge» (Rotkreuz-Frieden). Statt polemischer Äusserungen veröffentlichte die Presse zu jener Zeit vermehrt Berichte über den Rotkreuz-Frieden. Daraus entstand der Wunsch, jedes Jahr ­einen Tag des Friedens zu begehen, was ab 1930 an den Internationalen Konferenzen der Rotkreuz-Gesellschaften diskutiert und erst auf der XVI. Internationalen Konferenz 1938 in London beschlossen wurde. Henry Dunant hat 1901 als Erster den Friedensnobelpreis erhalten und wurde dadurch nach jahrzehntelanger gesellschaftlicher Ächtung rehabilitiert. Das IKRK erhielt diesen Preis 1917 nach den Erfahrungen des Erste­n Weltkrieges (der in Frankreich immer noch «La Grande Guerre» genannt wird), wo es für die 7 Millionen (!) Kriegsgefangenen in aufwendiger und komplizierter Kleinarbeit und grosszügiger Strategieplanung seine guten Dienste anbot und praktizierte. 1944 für seine Leistungen im Zweiten Weltkrieg und 1963 zur Hundertjahrfeier seiner Gründung.