Eine Kommission unter der Leitung der Historikerin Marietta Meier hat im Auftrag des Regierungsrates des Kantons Thurgau die Forschungsarbeit von Prof. Dr. med. Roland Kuhn anhand der umfangreichen Dokumentation untersucht und mit dem Buch Testfall Münsterlingen [1] eine interessante und umfangreiche sozialgeschichtliche Analyse über die Zeit zwischen 1940 und 1980 verfasst. Einzelne Medienberichte haben in der Folge mit reisserischen Überschriften die Forschungstätigkeit von Roland Kuhn kommentiert: «Versuche an Patienten machten Psychiater reich» [2], «Der fanatische Pillentester» [3], «Wie Oberarzt ‘Daddy Long Leg’ seine Patienten als Versuchskaninchen benutzte» [4]. Wir waren über diese Schlagzeilen erschüttert und machten uns Gedanken, wie es zu einer derart negativen Berichterstattung kommen konnte.