Die Medizingeschichte interessiert sich schon seit einigen Jahren für die sogenannte psychopharmakologische Wende in der Psychiatrie nach dem Zweiten Weltkrieg. Spätestens seit den 1990er Jahren hat sich die Ansicht durchgesetzt, dass die Schweizer Psychiatrie – wie anderswo auch – eine erhebliche Begeisterung für die damals neuartigen Substanzen entwickelte [1].