Auf einer schmalen, in die liebliche Südhälfte des Gardasees hineinragenden Halbinsel, liegt die «Perla del Garda», die malerische Altstadt von Sirmione. Im Gegensatz zu der im Sommerdunst grenzenlos scheinenden Weite des grössten italienischen Binnengewässers ersticken die engen Gässchen buchstäblich unter dem tagtäglichen Zustrom sonnenhungriger Nordländer. Zum Unterhalt dieses energiezehrenden und dehydrierenden Bauch-an-Bauch-Gedrängels gehören natürlich die traditionellen Fest- und Flüssigtreibstoffe, die in unzähligen Bars, Eisdielen und Trattorien angeboten werden. Diesbezüglich scheint es am «Lago di Monaco» – so werde das südlich von München gelegene Planschbecken gelegentlich bespöttelt – wirklich keine Grenze zu geben: Der Schnappschuss des artentfremdeten Süsswarenladens spricht für sich! Auf der blauen Fläche des Gardasees verschwimmen aber noch ganz andere Grenzen: Der schroffere obere Teil gehörte nämlich einst zum deutschsprachigen Tirol, bis dann 1919 aus dem am Nordende gelegenen Reiff am Gartsee das jetzige Riva del Garda wurde. Heute stresst hier glücklicherweise keiner mehr mit Völkischem, man stösst sich höchstens noch an der grenzenlosen, verkehrsinfarzierenden Invasion von Volkswagen. Wann ein willkommener Touristenstrom zum Albtraum wird, ist natürlich Ansichtssache, und das gilt auch für das persönliche Mass an Liebe zum hauseigenen, knuffigen Vierbeiner. Andererseits ist ein geklärtes Verhältnis zwischen dem Menschen und seinen Verwandten gerade für die medizinisch-pharmakologische Forschung unabdingbar. Dazu sollen dann weiter unten die beiden philosophischen Antagonisten René Descartes (1596–1650) und Arthur Schopenhauer (1788–1860) zur Sprache kommen.