Kaffee als Heilmittel nach Darmoperation

Espresso, Café Crème oder Cappuccino? Im Kantonsspital Baden (KSB) wird den Patienten nach der Darmoperation Kaffee verschrieben. Das Getränk fördert nach neuesten Erkenntnissen die Genesung. Die im Fachblatt Diseases of ­Colon and Rectum veröffentlichte randomisierte Studie an 115 Patienten belegt, dass der Darm bei Patienten, die nach der Darm-OP dreimal täglich Kaffee tranken, schneller wieder funktionierte. Im Schnitt neun Stunden früher konnten die Kaffeetrinker nach der OP das WC aufsuchen als die Teil­nehmer der Kontrollgruppe. Auch konnten diese Patienten das Spital einen Tag früher verlassen als jene, die Kräuter- oder Früchtetee erhielten. «Nach der Operation ist der Darm quasi gelähmt und braucht lange, bis er wieder mit normalem Stuhlgang funktioniert», erläutert ­Simone ­Hasler-Gehrer, Oberärztin Chirurgie am KSB, welche die Studie durchführte. Diese tage­lange Lähmung des Darmes kann auch zu ­Komplikationen wie einer verzögerten Wundheilung, Lungenentzündungen, tiefen Venenthrombosen und einer längeren Hospitalisationsdauer führen. Ausgezeichnet wurde die Spezialärztin für Erkrankungen des Dick- und Enddarmes für die beste wissenschaftliche Arbeit am deutschen Koloproktologen-Kongress in München. Welcher Stoff im Kaffee den Darm in Schwung bringt, ist bisher nicht bekannt. Am Koffein scheint es jedoch nicht alleine zu liegen: So erzeugte in einer ähnlichen Studie entkoffeinierter Kaffee einen ähnlichen Effekt.