Auch die 69. Nobelpreistagung ist ein Aufmarsch der Superlative: 39 Nobelpreisträger und 580 Nachwuchswissenschaftler aus 89 Ländern diskutieren über Physik. Schwerpunkte sind der Nachweis, der von Einstein vorhergesagten Gravitationswellen, Hypothesen zur schwarzen Materie und schwarzen Energie, Anwendungen der Laserphysik in Medizin, Fertigung und Forschung, Graphene und Nanotechnologie. Eine Sorge, die fast täglich zur Sprache kam, war die Gefährdung der internationalen Zusammenarbeit zwischen forschenden Nationen. Die Herkunftsliste der angereisten Teilnehmer lässt ahnen, wie fragil diese wissenschaftlichen Netzwerke sind. «Angriffe auf die Forschung schaden der Gesellschaft», erklärte der Astrophysiker und Nobelpreisträger George F. Smoot. An Beispielen erwähnt er den mächtigsten Mann der Welt, der den Klimawandel leugnet, Impfgegner, die eher Verschwörungstheorien glauben und Kreationisten, die in den USA, die Darwins Evolutionstheorie aus den Schulbüchern verbannen wollen. In jüngster Zeit höre er bei Vorträgen viel häufiger als früher, dass der Urknall gar nicht sein könne, weil er der Bibel und dem Koran widerspreche.