«Denn wir sind nur die Schale und das Blatt. Der gros­se Tod, den jeder in sich hat, das ist die Frucht, um die sich alles dreht», schrieb einst Rainer Maria Rilke, der sich immer wieder mit der Todesthematik und dem Identitätszerfall in seinen Werken befasst hat. Die literarische Beschäftigung mit dem Tod ist eine von vielen Ausdrucksformen. Wenn der Tod aller­dings in greifbare Nähe rückt – ob unser eigener oder jener einer geliebten Person –, reagieren trotz allmählicher Enttabuisierung nicht wenige mit Ängsten und Hilflosigkeit. «Das lässt sich nur ändern, wenn wir den Tod nicht in den fiktionalen Raum abschieben», sagt Dr. Nina Streeck, Fachverantwortliche Ethik und Lebensfragen, Institut Neumünster ZH und Autorin des neu erschienenen Buches «Jedem seinen eigenen Tod».