«Herr Doktor, haben Sie genug zu essen?» Wilburg Keller Roth denkt manchmal an diesen warnenden Satz zurück, der auf einem Flyer zu lesen war, den sie 1977 bei der Immatrikulation an der Universität Wien von der Österreichischen Ärztekammer in die Hand gedrückt bekam – ein Hinweis auf die drohende Arbeitslosigkeit der Jungärzte. Der Studienanfang 1977 mit 2300 Kommilitonen im gleichen Semester bei nur 800 Hörsaal- und Sezierplätzen war tatsächlich nicht leicht. Mit der ersten Multiple-Choice-Prüfung im ersten Semester, dem «Knochenkolloquium», wurden die Sezierplätze vergeben und dabei tüchtig ausgesiebt.