Die Strukturen der nationalen Gesundheitssysteme müssen endlich, auch in Hinblick auf eine gute abgestufte Schmerzversorgung, bedarfsorientiert ausgestaltet werden. In der aktuellen Version der Internationalen Klassifikation von Krankheiten (ICD-10) werden chronische Schmerzdiagnosen jedoch nicht systematisch dargestellt. Im Mai 2019 hat sich dies dramatisch geändert, als die Weltgesundheitsorganisation WHO die neue Ausgabe ICD-11 verabschiedete. ICD-11 wird die erste Version sein, die chronische Schmerzen enthält. Die Klassifikation chronischer Schmerzen basiert auf den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen und dem biopsychosozialen Modell. Die Einführung des neuen ICD-11 erweitert die Datenbasis für eine rationale Gesundheitssystemplanung und -gestaltung wesentlich. Diesbezüglich gilt es, den neuen ICD-11, der erstmalig die Erfassung und Codierung von Schmerz als eine eigenständige Erkrankung ermöglicht, rasch in nationale medizinische Diagnose-/Codiersysteme zu übertragen [1].