Vernünftige Arbeitszeiten sind möglich und nötig
Prof. em. Dr. med. Martin Fey, aus Zollikofen, vergisst einen wichtigen Aspekt, wenn er behauptet, Ärztinnen und Ärzte, die nicht über 50 Stunden pro Woche arbeiten möchten, würden ihrem Beruf nicht gerecht. Die hohen Arbeitszeiten in der Weiterbildung, als Kaderärztin respektive Kaderarzt im Spital oder in eigener Praxis kommen zu einem grossen Teil nicht von der Patientenbetreuung, sondern von der ständig zunehmenden administrativen Belastung. Medizinische Fachpersonen (übrigens auch Pflegefachleute, Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten, etc.) verbringen immer mehr Zeit mit unnötigem Papierkrieg. Natürlich gibt es administrative Aufgaben, die nötig und nützlich sind. Ein guter Operations- , Abklärungs- oder Austrittsbericht ist nicht nur für die nachbehandelnden Personen unverzichtbar, sondern ermöglicht es, sich die Situation einer Patientin oder eines Patienten nochmals detailliert zu vergegenwärtigen, ihre Krankheit einzuordnen etc. Das gleiche gilt für Gutachten. Völlig unnötig sind hingegen viele Anfragen der Versicherer oder Wünsche nach Daten vonseiten der Behörden. Eine Reduktion der Administration auf das Nötige und Sinnvolle würde eine Arbeitszeitverkürzung ohne Verminderung der Patientenkontakte erlauben!