Minamata ist eine kleine Stadt mit rund 25 000 Einwohnern an der Westküste von Kyushu, der südlichsten der fünf Hauptinseln von Japan. Der Ort in der Präfektur Kumamoto besteht vor allem aus der langgezogenen Hauptstrasse mit ihren Kaufhäusern und anderen Läden. Unten am Hafen stehen noch immer die alten Fabrikgebäude und nicht weit davon ein moderner Baukomplex mit benachbarter grosser Rasenfläche. Hier in Minamata entstand 1971 ein Foto, das um die Welt ging: Die Mutter Ryoko Uemura badet ihre behinderte Tochter Tomoko in einem traditionellen japanischen Bad. Der Fotograf war Eugene W. Smith, ein Amerikaner, der später von Arbeitern der Fabrik zusammengeschlagen wurde. Tomoko war ein junges Mädchen, das schwere Schäden durch eine Quecksilbervergiftung erlitten hatte. Der Grund dafür waren die giftigen Abwässer, welche die örtliche Chemiefabrik Chisso Corporation jahrelang in das Meer geleitet hatte. Über die Fische gelangte dann das Quecksilber in die Menschen. Heute erinnert in Minamata ein eigenes Museum sowie ein Forschungsinstitut an die Umweltkatastrophe aus den 1960er Jahren, die als «Minamata-Krankheit» bezeichnet wurde.