Internationaler Workshop deutschsprachiger Evolutionsmediziner

Wie und warum ändern sich in einer durch uns selbst veränderten Welt Gesundheits­probleme sowie psychische Störungs- und somatische Krankheitsbilder? Was macht uns krank? Standardantworten der medizinischen Forschung beschränken sich auf Ver­änderungen im Stoffwechsel, genetische Faktoren oder Umweltfaktoren wie Exposition gegenüber pathogenen Keimen oder Umwelttoxinen. Diese Faktoren sind zweifellos bedeutsam für die Verursachung von Krankheiten – sie verraten aber nur die halbe Wahrheit, insbesondere wenn deren mittel- und langfristige Veränderungen nicht in Betracht gezogen werden. Eine umfassendere Erklärung krank machender Prozesse erfordert ein tieferes Verständnis der menschlichen Natur in ihren Bezügen zu stammes­geschichtlichen Vorgängen. In vielerlei Hinsicht ist der Mensch – physisch und psychisch – an längst vergangene Umwelten angepasst. Dazu zählen die Exposition gegenüber einem umschriebenen Spektrum pathogener Keime, Schwankungen in der Verfügbarkeit von Nahrung, stärkere physische Aktivität und vermutlich weniger psychosozialer Dauerstress und mehr psychosoziale Musse.