Martin Luther, der vor 500 Jahren mit viel Mumm die Reformation angestiftet hat, blieb gegen den Rat des Kurfürsten mit seiner Familie in Wittenberg, als dort die Pest im Herbst 1527 etliche Todesopfer forderte. Seine Frau, die aus dem Kloster geflohene Nonne Katharina von Bora, pflegte sogar Pestkranke, obwohl sie selbst ihren erst anderthalbjährigen Erstgeborenen Johannes zu betreuen hatte und bereits wieder schwanger war. Erst einige Jahre nach Luthers Tod (1546) floh Katharina wegen einer neuerlichen Pestwelle mit den zwei jüngsten ihrer sechs Kinder nach Torgau, verletzte sich aber schwer, als sie das scheuende Zugpferd ihres Wagens am Kopfgeschirr hängend aufhalten wollte. Sie starb drei Wochen später an den Unfallfolgen, was Altgläubige als verdiente Strafe für unsittliches Verhalten deuteten.