Walter Moers ist ein vielseitiger Mann. Er schrieb sich in die Bestsellerlisten mit Kinderbüchern (Käpt’n Blaubär) und satirischen Comics (Das kleine Arschloch) und erfand das groteske Reich der selbst illustrierten Zamonien-Romane. Eine Welt überbordender Anspielungen, Anagramme und Neuschöpfungen, die seine Lesergemeinde auf Trab hält. Kritiker nannten sein Werk zu Recht eine phantastische Liebeserklärung an das Lese­n und die Literatur. Der Roman Die Stadt der Träumenden Bücher [1] beschreibt eine gigantische Buchhandlung, ein Paradies für Antiquare, in dem es nach muffigem Staub, Säure, Zitrone, altem Leder und Druckerschwärze riecht. In den Katakomben dieser buchverrückten Stadt gerät der Held in ein Meer verwesender Bücher voller Papiermehl und Ungeziefer. Dort verfolgt ihn ein gigantischer Bücherwurm, dessen Gebrüll die Schleusen der Hölle öffnet. Käfer, gross wie Brotlaibe, eine Spinne mit wehenden weis­sen Haaren, schwarzgeschuppte Ten­takel aus der Tiefe, farblose Krebse, leuchtende Skorpione, Raupen und durchsichtige Schlangen fallen übereinander her. Ein Karneval der Untiere, der unschwer an den realen Dschungel häuslicher Bibliotheken erinnert.