Misserfolge, Niederlagen, Bruchlandungen, durchfallen, versagen, auf die Schnauze fallen, in den Sand setzen. Wenn ein Holzschiff scheiterte, gingen Mann und Maus unter. Auf das Wort und seine Herkunft baut die Szenographie der Ausstellung im Vögele Kultur Zentrum in Pfäffikon [1]. Segel, Felsbrocken und das Mobiliar aus dem Restholz früherer Ausstellungen führen durch das Thema: «Ein Knacks im Leben – Wir scheitern … und wie weiter?». In einer Gesellschaft, die den Erfolg zum wichtigsten Massstab macht, ein gewagtes Unternehmen. Eine Grafik abstrahiert den Knacks zu Kästchen und Pfeilen. Der Abstand zwischen Wunsch und erreichtem Ziel definiert das Scheitern. Nicht nur der Betroffene spricht das Urteil, auch das Umfeld bewertet mit. Das Kuratorenteam spricht von einer Kultur des Scheiterns. Eine selbstwertstärkende und produktive Verarbeitung ist gefragt. Pannen führen zum Erfolg. Thomas Edison, der Erfinder der Glühbirne, ist das zitierte Vorbild: «Ich bin gescheitert. – Ich habe zehntausend Wege entdeckt, die nicht funktioniert haben.» Eine Haltung, die das Handeln betont und Fehlschläge zu etwas Positivem umdeutet. Misserfolge sollen beim Bewerbungsgespräch unbedingt erwähnt werden. Sie zeugen von Widerstandskraft und Ausdauer. Beschworen wird der Sprint zur Innovation, die Umkehrung des Fehlschlags zum neuen Produkt. Wo gemäss Bundesamt für Statistik nach fünf Jahren mehr als die Hälfte aller Neugründungen wieder vom Markt verschwunden sind, startet man einfach neu und profitiert vom aktuellen Konkursrecht auf Kosten der Gläubiger. Oder man trifft sich in Selbsthilfegruppen, bei den Anonymen Insolvenzlern und zelebriert die Niederlage an FuckUp Nights (FUN) in Zürich, Genf und St. Gallen. Ein Clown in eigener Sache, keine Schmerzen, keine Scham. Die Show soll spassig und leicht verdaulich sein.