Eine Fehlbehandlung – wie die Empfehlung, sich zu schonen, anstatt sich zu bewegen – kann auch schaden.
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Schmerzen im unteren Rücken gehören zu den häufigsten Gründen für Besuche in der Notfallstation [1-3]. Sie sind zudem weltweit die häufigste Erkrankung, die zu schmerzbedingten Behinderungen führt [4-6]. Die wirtschaftliche Belastung durch dieses Krankheitsbild ist erheblich, wobei zwei Drittel auf indirekte Kosten zurückzuführen sind [4, 7]. Behandelnde Notfallärztinnen und -ärzte müssen Alarmzeichen ausschliessen, die auf eine akute und lebensbedrohliche Erkrankung wie beispielsweise epidurale Abszesse oder die Ruptur eines Aortenaneurysmas hinweisen. Insgesamt sind schwerwiegende Erkrankungen, die eine Behandlung innerhalb von 72 Stunden notwendig machen, selten (unter 10% der Fälle). Wenn Red Flags fehlen, dann reduziert sich diese Wahrscheinlichkeit zusätzlich (wenn auch nicht auf null) [8]. Aufgrund der hohen Spontanheilungsrate ist in den meisten Fällen keine weiterführende Abklärung notwendig, wenn keine Alarmzeichen bestehen. Wichtig ist jedoch, dass bei Persistenz der Beschwerden eine sorgfältige Reevaluation erfolgt.