Mehr als hundert Jahre nach ihrer Gründung am 7. Januar 1912, damals unter dem Namen «Schweizer Unfallärzte», veranstaltete die SGTV zusammen mit weiteren Partnern wieder einen traumatologischen Workshop, zu dem die Hausärzte des Kantons Graubünden und der angrenzenden Regionen eingeladen waren. Damals, bei der Gründung der Gesellschaft zu Beginn des 20. Jahrhunderts, wurde bemängelt, dass «die Ausbildung des praktischen Arztes in der Behandlung der Unfallverletzungen sehr mangelhaft sei» [1]. Heute, viele Jahrzehnte später, ist eine ähnliche Entwicklung wieder zu spüren. In der Weiterbildung zum Facharzt Allgemeine Innere Medizin ist das Fach Chirurgie nicht mehr gefordert, man kann, muss aber darin nicht «famuliert» haben. Die traumatologische Kompetenz unter den (jungen) Hausärzten nimmt ab [2]. In den städtischen Regionen wird vermehrt auf die Notfallstationen der Spitäler verwiesen/zugewiesen, was dann dort zur Ressourcen-Verknappung führt. In der Peripherie (unter anderem auch in Touristenorten) mit längerem Anfahrtsweg bis zum nächsten Spital wird dies zu einem zunehmenden Problem für die dortige Bevölkerung und die Gäste.