Die Herausforderungen in der Betreuung chronisch Kranker
Weltweit nimmt die Zahl der chronischen Erkrankungen stetig zu [1]. 2012 machten sie weltweit bereits über zwei Drittel der Todesfälle aus und führten zu hohen menschlichen, sozialen und ökonomischen Kosten [1]. Die Schweiz bildet dabei keine Ausnahme, und WHO, OECD sowie der Bund warnen vor einer weiteren Zunahme der Zahl von Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen [2, 3]. Verhaltensbedingte Risikofaktoren wie ungesunde Ernährung und Bewegungsmangel haben einen grossen Anteil an deren Entstehung [1, 3]. Daher sind bei chronischen Krankheiten wie Diabetes mellitus, Adipositas oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen langfristige Veränderungen des Ernährungsverhaltens auch in der ersten Stufe der Therapie enthalten [2, 4–7]. Ambulante Ernährungsberatung wird klassischerweise in Ernährungsberatungspraxen oder Ambulatorien von Spitälern erbracht. Diese örtliche Distanz zur Hausarztpraxis bringt jedoch Barrieren für eine optimale Zusammenarbeit mit sich. Die Hausärztinnen und Hausärzte wünschen zur Förderung der Zusammenarbeit eine verbesserte Kommunikation, angepasste Präsenzzeiten, den persönlichen Kontakt zur Ernährungsberaterin und dass die Behandlung sichtbare Erfolge zeige [8]. Auch für die Patientinnen und Patienten gilt es, im klassischen Ernährungsberatungs-Setting Hürden zu überspringen, sei es der Zeitaufwand für den Weg in die Beratungspraxis oder das limitierte Terminangebot.