An der Südspitze Apuliens, der antiken Finis Terrae, wo das Ionische Meer der Adria begegnet, thront auf einem Felsvorsprung die Wallfahrtskirche von Santa Maria di Leuca. Hier traf ich auf folgenden Anschlag: «Per pregare meglio, osserva il silenzio e spegni il telefonino.» Dass Geschwätz und Gezwitscher jede Andacht stören, erfordert keinen besonderen Kommentar, und ich wäre wohl achtlos an dem Hinweis vorbeigeschlendert, hätte die angenehme Kühle des Gotteshauses mich nicht zu einer besinnlichen Rast eingeladen. Der Name Leuca weist – gleichursprünglich mit unseren altvertrauten weissen Blutkörperchen – auf das griechische leukós hin, und eine gewisse Nähe zur Wiege der westlichen Kultur bezeugt auch ein schneller Blick aufs Smartphone: Es sucht sich in dieser