7.31 Uhr, draussen lässt der Nebel den Schnee an den Bäumen des ländlichen Berner Vororts zur Tarnung werden. Wie an beiden Tagen zuvor treffen Dr. C. und ich uns vor Arbeitsbeginn in der schmalen Pufferzone zwischen unseren Behandlungsräumen. Ich wärme mich an der Kaffeetasse, während er mich über den bevorstehenden Patienten ins Bild setzt: Mich erwartet Herr H., ein 28-jähriger Mann, Dr. C. kennt ihn schon seit einigen Jahren. Die Spitex hat ihn für die Sprechstunde angemeldet – er habe etwas Aussergewöhnliches am Fuss. Sofort greift Dr. C. zum Laptop und zeigt mir voller Enthusiasmus Beispiele für Fuss- und Nagelpilz. Ich stelle meinen Kaffee weg. Im Patientendossier steht, dass Herr H. seit Jahren an katatoner Schizophrenie leidet. Ich ziehe den Laptop zu mir und lese, dass es bei katatoner Schizophrenie unter anderem zu Körperstarren kommt, welche von Zeit zu Zeit mitten in der Bewegung auftreten. Wie das genau aussieht, weiss ich nicht, doch ich verstehe nun, weshalb Herr H. von der Spitex angemeldet wurde.