Anspruch auf einen unbefangenen und unabhängigen Gutachter

Résumé

Chaque année, les médecins rédigent des milliers d’expertises pour les assurances-accidents, invalidité et maladie. Sans expertises médicales, il serait aujourd’hui impossible d’évaluer les revendications dans tout le domaine du droit des assurances sociales. La doctrine juridique et la jurisprudence ­récentes accordent davantage d’importance aux droits de procédure de la personne à examiner, c’est pourquoi les experts médicaux doivent abso­lument en tenir compte afin de pouvoir rédiger une expertise médicale conforme au droit [1]. Cet article propose une vue d’ensemble desdits droits de procédure de la personne soumise à l’expertise que le médecin doit absolument prendre en considération ou qu’il peut accorder lors de l’exploration médicale.
Gemäss Art. 29 Abs. 1 BV hat jede Person in Verfahren vor Gerichts- und Verwaltungsinstanzen Anspruch auf gleiche und gerechte Behandlung sowie auf Beurteilung innert angemessener Frist. Aus dieser verfassungsrechtlich verankerten Fairnessgarantie leitet sich ab, dass eine zu begutachtende Person im Sozialversicherungsrecht einen Anspruch auf eine unabhängige und unbefangene Entscheidbehörde hat, sodass daraus folgt, dass ein Arzt als Sachverständiger innerhalb des Sozialversicherungsverfahrens aus persönlichen oder anderen Befangenheitsgründen in den Ausstand zu ­treten hat und somit an der medizinischen Beweis­erhebung nicht mehr mitwirken darf [2]. Dieser verfassungsrechtliche Anspruch ist für das gesamte Sozialversicherungsverfahren in Art. 36 Abs. 1 ATSG bundesgesetzlich konkretisiert worden. Nach dieser Gesetzesnorm haben Personen, die Entscheidungen über Rechte und Pflichten zu treffen oder vorzubereiten haben, in Ausstand zu treten, wenn sie in der Sache ein persönliches Interesse haben oder aus anderen Gründen in der Sache befangen sein könnten [3]. Zu den letztgenannten «anderen Gründen» im Sinne von Art. 36 Abs. 1 ATSG ge­hören ­insbesondere persönliche Beziehungen in Form von Feind- und Freundschaft, wirtschaftliche Interessen oder gegenüber der zu begutachtenden Person gemachte Äusserungen herabwürdigender Art [4].