Seit Jahren beklagen sich Spitäler über den zunehmenden Andrang von Bagatellfällen auf ihren Notfallsta­tionen. Kleine Beschwerden, die keine Notfälle sind. Bereits 2002 zeigte eine Untersuchung in den Spitälern Baden und Brugg, dass vier Fünftel der Patienten auch vom Hausarzt hätten betreut werden können. Sie hätten auch problemlos etwas länger zuwarten oder es erst einmal mit Selbsthilfe versuchen können. Dass die Arztpraxis weit billiger arbeitet als das Spital, ist übrigens seit Jahrzehnten bekannt. Viele Kliniken haben ihre Stationen ausgebaut oder eine Notfallpermanence eingerichtet, oft am Bahnhof und rund um die Uhr ­geöffnet. In vielen Fällen hilft eine Hotline, eine telefonische Triage, diskutiert wird auch eine Gebühr, die in jedem Fall zu entrichten wäre, wenn es nicht zu einer stationären Aufnahme kommt. Die Gründe für diesen Ansturm, besonders an Feiertagen, Wochenenden und Randzeiten, sind vielfältig: zu wenig Grundversorger, viele Ausländer, die nichts anderes kennen, und eine Konsumhaltung, die, sofort und für jede Lappalie, eine maximale Diagnose und Behandlung einfordert. Ein Eintrittspreis wäre durchaus machbar, wird aber aus politischen Gründen abgelehnt. Den Spitälern generiert der Andrang auch Einnahmen, es müssten nur nicht alle zur gleichen Zeit kommen.