Bisherige Beobachtungen

Bereits wenige Monate nach nationaler Umsetzung der neuen Spitalfinanzierung wurde von ersten Auswirkungen, vor allem im Langzeitpflegebereich, berichtet. Es zeigte sich, dass mit der weiteren Abnahme der Spitalliegedauer im Akutspital ein grösserer Patienten­anteil frühzeitig an Pflegeinstitutionen überwiesen wurde. Zudem stieg auch der Anteil der medizinisch-pflegerisch komplexeren und aufwendigeren Fälle spürbar an [1]. Sowohl Betreuer von komplexen, chronisch kranken Patienten im Spital als auch Vertreter der Palliativmedizin sahen die u.a. aus ökonomischem Anreiz hervorgegangenen Fallpauschalen bei ihren Patienten als problematisch und vermuteten, dass bei einer verkürzten Spitalliegedauer auch vitale Therapien abgebrochen werden oder nicht zustande kommen [2]. Das Verlangen nach alternativen und individualisierten Vergütungsmodellen im Setting der akutmedizinischen Versorgung von multimorbiden, komplexen ­Patienten wuchs.