Der Begriff «Eugenik» sowie die im deutschen Sprachraum dafür verwendeten Synonyme «Rassenhygiene» oder «Erbgesundheitslehre» wurden zu eigentlichen Schimpfwörtern. Sie erinnern an das menschenverachtende Gedankengut im Dritten Reich, an Zwangssteri­lisationen, Eheverbote oder gar an die Ermordung von rassisch als minderwertig klassifizierten ethnischen Gruppen und von Behinderten. Francis Galton (1822–1911) prägte den Begriff «Eugenik» 1883. Be­eindruckt von den damaligen Erfolgen der Tier- und der Pflanzenzucht, stellte er die Frage, ob auch die Art «Mensch» langfristig durch die Förderung der Fortpflanzung von Individuen mit «wertvollen» Eigen­schaften und durch die Verhinderung derjenigen mit «schlechten, krankhaften» verbessert werden könnte.